Hünfelder Künstler

Ernst Bräuning

„An sonnigen Samstagnachmittagen, wenn das Geschäft endlich geschlossen hatte, packte unser Vater eine ausreichende Menge an Malgründen, einen Pappkarton gefüllt mit Farbtuben, eine Konservendose mit etwas Terpentin, einen kleinen Malkarton als Palette und viele Pinsel in seinen Variant. (…) Hatte er einen schönen Blick gefunden, parkte er direkt am Wegesrand, öffnete die Heckklappe seines Kombis und begann mit dem Malen“, berichtete Bräunings Tochter, Gabriele Bräuning, und fügte hinzu: „So entstanden alle Landschaftsbilder. Immer vollständig und direkt vor Ort. Zu Hause wurde nie nachgearbeitet.“


Ernst Bräuning wurde 1921 als eines von sieben Kindern von Anna und Josef Bräuning in Hünfeld geboren. Er war Maler aus Leidenschaft und widmete jede freie Minute der Kunst. Schon als Junge malte er mit Ölfarben und hatte den Wunsch, Kunstmaler zu werden. Vor dem Zweiten Weltkrieg machte er eine Lehre als Dekorationsmaler und studierte fünf Semester bei dem akademischen Maler Hugo Pfister. Die ersten überlieferten Bilder, gemalt im Stile alter Meister, zeugen von seiner außergewöhnlichen Begabung. 

Seit 1995 befindet sich eine Dauerausstellung zu Ernst Bräuning im Konrad-Zuse-Museum mit Stadt- und Kreisgeschichte in Hünfeld. Ergänzt wird die Ausstellung mit Arbeiten von Gertrudis Bräuning und Hanni Klenner. Am 24. Juli 2005 wurde in Hünfeld die Ernst-Bräuning-Straße eingeweiht. Unter dem Schild steht der Hinweis: „Ernst Bräuning, bedeutendster Hünfelder Kunstmaler des 20. Jahrhunderts“. 

Ernst Bräuning fieberte lange seinem Rentenalter entgegen, um endlich Zeit für „richtiges Malen“ zu haben. Leider war ihm kein langer Ruhestand vergönnt. Am 18. September 1983 starb er mit nur 62 Jahren in Hünfeld.